Was ist Bhakti Yoga?
|
Bhakti
Yoga bedeutet, die Verbindung mit Gott, mit der spirituellen Energie,
mit der transzendentalen Welt, die jenseits dieser materiellen Welt
liegt, herzustellen, in dem man reine Liebe zur höchsten
Persönlichkeit Gottes, zur urersten Person, zur Quelle aller
Energie entwickelt.
|
Wer ist Krishna?
|
Krishna
ist die höchste Person in seiner urersten Form. Von ihm gehen
unzählige Inkarnationen und Erweiterungen aus. Er ist jedoch die
Quelle all dieser anderen Formen.
Krishna
besitzt einen blauen Körper, spielt Flöte und hat eine
Pfauenfeder im Haar. Obwohl er ständig in der spirituellen Welt
residiert, erschien er vor ca. 5000 Jahren in Indien. Er wuchs in einem
Ort namens Vrindavana auf und vollführte dort seine
transzendentalen Spiele.
|
Was ist das Varna-Asrama System ?
|
Die
perfekte Gesellschaft sollte vor allem ein spirituelles Ziel als ihr
Leitmotiv verfolgen. Um dieses Ziel sicherzustellen müssen
gelehrte Philosophen, Lehrer und Priester die Gesellschaft moralisch
auf dieses Ziel einstellen. Sie stellen damit die geistig und ethische
Führung dar. Sie werden auf Sanskrit brahmanas genannt.
Den Weisungen der
brahmanas haben in direkter Anordnung die ksatriyas zu folgen, die
klassisch der Kriegerkaste zugehörig sind. Heute kann man unter
diesem Begriff Politiker, Militär und auch Topmanager verstehen
oder im Allgemeinen die Entscheider in unserer Gesellschaft. An dritter
Stelle folgen die vaisyas, die Händler und Bauern und an vierter
Stelle die sudras, Arbeiter.
Jeder sollte sich in einer dieser vier Gruppen einordnen und nach den
entsprechenden Regeln und Vorschriften der jeweiligen Gruppe am
gemeinsamen spirituellen Ziel der Gesellschaft mitwirken. Dies
bezeichnet man als das Varna-System.
Die Asramas hingegen sind persönliche Lebensphasen. Grob gesagt
sollten die ersten 25 Jahre zum Studium genutzt werden (brahmacarya),
die nächsten 25 Jahre befinden sich die meisten Menschen im
grihasta-asrama (Haushälterleben), danach folgt eine schrittweise
Loslösung davon (vanaprastha) und abschließend der
Lebensstand der Entsagung (sannyasa).
|
Was bedeutet das für nichtheterosexuelle Menschen?
|
Laut den vedischen
Schriften gibt es drei Geschlechter: Männer, Frauen und das dritte
Geschlecht, dem all diejenigen zugerechnet werden, die psychisch
und/oder physisch nicht eindeutig einem der beiden ersten Geschlechter zugeordnet werden
können. Für diese Menschen hat die vedische Kultur spezielle
geographische und soziale Räume eingerichtet, eine Art
Parallelgesellschaft, in denen sie friedlich leben können.
Dazu gehören bestimmte
Stadtviertel und Berufsklassen. Schon damals waren Berufe wie Friseure
und Tänzer typische Tätigkeitsfelder homosexueller Männer. Im
Zölibat lebende Homosexuelle wurde oft zu Priestern ausgebildet.
Für das praktische spirituelle Leben sollte man als
Nichtheterosexueller einen Platz im Varna-Asrama-Gedankengebäude
finden und dabei seine spezielle Situation in Bezug auf seine sexuelle
Orientierung beachten, damit ein gesundes, bodenständiges und
ehrliches Leben möglich ist, was die Grundvoraussetzung für
spirituellen Erfolg darstellt.
|
|
|
Die ursprüngliche Stellung der
Seele, der natürliche Zustand unserer Existenz, ist eine
liebevolle, persönliche Beziehung zu Krishna. Die vedischen Schriften berichten von fünf grundsätzlichen Stimmungen, in denen diese Beziehungen ablaufen:
Die neutrale Position zu Krishna, die Dienerschaft, die
Freundschaft, die Elternschaft und die Liebe zu Krishna. Verschiedene
Gottgeweihte aus den Schriften verkörpern diese rasas. Radharani
zum Beispiel die Beziehung einer Geliebten Krishnas, Mutter Yasoda die
Elternschaft, usw.
Durch intensive Praxis offenbart sich dem Bhakti-Yogi seine
svarupa, seine ewige, spirituelle Form, und damit auch die rasa,
in der er Krishna in
liebevoller Hingabe dient.
|
Was ist das spirituelle Ziel?
|
Das spirituelle Ziel des Bhakti-Yoga ist die
Wiederherstellung einer liebenvollen Hingabe zu Krishna, das Erkennen
seiner ewigen Beziehung mit Ihm und das transzendieren aller
materieller Wünsche.
Das Resultat ist die Befähigung, die materielle Welt
verlassen zu können und wieder einzutauchen in die spirituelle
Spähre, in der Krishna auf unzähligen Planeten mit seinen
Geweihten weilt.
|
Wie kann man dieses Ziel erreichen?
|
Für jedes Zeitalter werden von den vedischen
Schriften verschiedene Methoden vorgeschlagen. Für das momentane
Kali-Yuga (eisernes Zeitalter) wird das Meditieren über Krishnas
Namen als einfachster Weg empfohlen.
Einfach durch das Rezitieren von Hare Krishna Hare Krishna /
Krishna Krishna / Hare Hare / Hare Rama Hare Rama / Rama Rama / Hare
Hare (dem Maha-Mantra) kann man in die spirituelle Energie eintauchen. Mit Hilfe der
spirituellen Klangschwingung wird man von materiellen Anhaftungen und
den falschen Vorstellungen der Illusion (Maya) befreit.
Wesentlich beschleuigen kann man den Prozess durch einen
möglichst reinen Lebensstil. Dazu gehört regulierte
Sexualität (im besten Fall völliger Verzicht darauf), Abstinenz von Berauschungsmitteln
und Glücksspiel sowie sich vegetarisch zu ernähren.
|